
2026
Von Liebe, Lust und Lüge
Zwischenmännliches Begehren in fünf Jahrhunderten künstlich-intelligenter Kunst
KI ist in allen Köpfen. Vielen erscheint sie als Bedrohung. Hat der Mensch eine Maschine entwickelt, die intelligenter sein wird als er selbst, die ihn überlistet, entmündigt, ersetzt und ausrottet? KI wird die Zukunft maßgeblich bestimmen, daran zweifeln die wenigsten. Doch was ist mit der Vergangenheit?
Geschichte wird lebendig in historischen Dokumenten, in Urkunden, Büchern, Bauwerken. In der Kunst. Authentische Räume, in denen künstliche Intelligenz keinen Platz zu haben scheint. Vergangenheit besteht aus Objekten und Ereignissen. Zwischen ihnen liegen jedoch Leerstellen, die oft erst sichtbar werden, wenn man sie füllt: durch Theorien, Spekulationen oder auch Objekte, die es gegeben haben könnte, oder solche, die mit Sicherheit nie existierten.
Von Liebe, Lust und Lüge lässt die KI Bilder kreieren, die sich Künstlern wie Perugino, Vermeer oder Flandrin mit etwas Phantasie und einem Augenzwinkern zuschreiben ließen, und stellt die Frage, warum es diese Bilder in den Werken der Künstler nicht tatsächlich gegeben hat.
Die Ausstellung macht blinde Flecken der Kunstgeschichte sichtbar, indem sie rückwirkend Zeugnisse für die Liebe zwischen Männern erschafft und einfügt. Sie sollen verblüffen, irritieren und zum genauen und unvoreingenommenen Hinsehen verleiten. Sie machen sichtbar, was es gegeben hat, ohne dass es dargestellt worden ist.
Begleitet wird Von Liebe, Lust und Lüge durch kunsthistorische Bildanalysen, die wiederum im Dialog mit der KI entstanden sind.
Vernissage am Donnerstag, den 24. September 2026 um 19 Uhr
Öffnungszeiten: 25. und 26. September sowie 2. und 3. Oktober, jeweils 16 - 20 Uhr
Projektraum 11m2, Mommsenstraße 8, Berlin-Charlottenburg
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Michael Maria Müller und Rafael von Uslar