SEXWORK. Kunst Mythos Realität
Eine Berliner Kunstausstellung
Ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt,
dass Prostituierte, gern und oft als Medien genutzt worden sind, mit
denen (männliche) Künstler das eigene Verhältnis zum
Körper der Frau, zur männlichen Sexualität oder zu gesellschaftlichen
und religiösen Tabuisierungen zu erforschen versuchten. Dabei herausgekommen
sind Stilisierungen von Sexarbeiterinnen zu gefallenen Engeln, zu Huren
und Heiligen oder Beschreibungen von Prostituierten als verführerische
Frauen, denen die Männer hilflos ausgeliefert seien. Dem gegenüber
steht das weit verbreitete Klischee der Darstellung der Prostituierten
als Opfer. Selten bis gar nicht thematisiert wurden dagegen die Freier,
die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und das Verhalten derer, die
an der Sexarbeit mitverdienen.
Die Ausstellung SEXWORK Kunst Mythos Realität, die von einer Arbeitsgruppe
der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst konzipiert und realisiert
wurde, ist als ein Kommentar zum Thema Sexarbeit zu verstehen. In ihr
sind Arbeiten zur Prostitution versammelt, die voyeuristische Perspektiven
vermeiden und das Thema in ein neues differenzierendes Licht rücken.
Das Spektrum der Themen reicht von selbstbewusster Sexarbeit bis hin
zu aktuellen Formen von Arbeitsmigration, Zwangsprostitution und Sextourismus.
Es geht um die Freier ebenso wie um die Sexarbeit von Männern und
Transsexuellen. Sowohl in einzelnen künstlerischen Arbeiten als
auch im umfangreichen Begleitprogramm wird die Frage behandelt, ob und
wie die Kunst der Komplexität des Themas in der Realität gerecht
zu werden vermag.
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